„Z“-Besetzung zum Dritten

Nach der dritten Besetzung des ehemaligen „Z“ haben wir alle Links dazu gesammelt.

IMC-linksunten: Pressemitteilung + Kommentare

Radio Dreyeckland: Selbstverwaltetes Jugendzentrum gefordert! Z- BesetzterInnen im Interview
Radio Dreyeckland: Besetzung und Räumung des“Z“ – Was ist die Position von „Junges Freiburg“? – Interview mit Simone Ariane Pflaum

Grünen Alternative Freiburg: Pressemitteilung zur Räumung des ehemaligen Jugendzentrums Z

Fudder: Besetzung des Z nach wenigen Stunden beendet
Fudder: Jugendliche besetzen das Z
Fudder: Aktivisten besetzen erneut das ‚Z‘

Badische Zeitung: Polizei beendet „Z“-Besetzung
Badische Zeitung: Autonome besetzen „Z“ – Polizei stellt Ultimatum
Badische Zeitung: Autonome räumen das „Z“ – Besetzung beendet
Badische Zeitung: „Z“-Räumung: Vorwürfe gegen Polizeibeamte | BZ

Unsere Pressemitteilung

[Freiburg] Aktivist_innen besetzen erneut ehemaliges Jugendzentrum „Z“

Am 17.01.2011 wurde das ehemalige Jugendkulturzentrum „Z“ unter dem Siegesdenkmal zum dritten Mal von Aktivist_innen und Unterstützer_innen der Initiative Epsilon besetzt.
Vorher zog eine Bildungsstreik-Demonstration durch die Innenstadt Freiburgs. Viele der Demonstrant_innen solidarisierten sich mit den Besetzer_innen und schlossen sich dieser nach der Demonstration an.

Es gehe darum jungen Menschen eine Möglichkeit zur selbstgestalteten Persönlichkeitsentfaltung zugeben, so der Aktivist der Initiative Epsilon Simon B. Dies decke sich teilweise mit den Forderungen des Bildungsstreiks nach Selbstbestimmung. Die Initiative Epsilon fordert
seit einem halben Jahr die Wiedereröffnung der Räumlichkeiten unter dem Siegesdenkmal.

Im Frühjahr 2010 fand ein offizielles Bewerberausschreiben der Stadtverwaltung statt. Eine weitere Entscheidung der Verantwortlichen
wurde bisher aber mehrmals vertagt. Der weitere Leerstand der Räume, so eine Aktivistin, sei nicht länger akzeptabel.

Jugend braucht Räume für Kultur!

Pressemitteilung UStA PH Freiburg

Gewaltsame Räumung des besetzen Jugendzentrum „Z“ – Stadt ignoriert die Belange der Jugend
Nach erfolgreicher Entzündung des Bildungsstreik-Protestfeuers im Rahmen der Bildungsdemonstration „Ba-Wü brennt!“ am 17.01.2011, kam es im Anschluss zu einer Besetzung des ehemaligen und derzeit leerstehenden Jugendzentrum „Z“.

Mit der Besetzung, an welcher sich jugendliche Schüler_innen und Studierende, Bildungsaktive sowie Freiraumaktivist_innen beteiligten, sollte der Forderung nach sozialen Freiräumen und Selbstbestimmung Ausdruck verliehen werden.

Die Stadt und das Jugendamt gingen auf die Forderung der Jugendlichen, das Gespräch mit OB Salomon oder Kulturbürgermeister von Kirchbach zu suchen nicht ein, sondern stellten stattdessen Strafanzeige gegen die circa 40 Besetzer_innen.
Gegen 17:00 Uhr drang die Polizei ohne Vorankündigung oder Verhandlungen und unter massivem Einsatz von Schlagstöcken und körperlicher Gewalt zum Eingang des „Z“ vor. Es gab etliche Verletzte mit Prellungen, mindestens eine Person musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden, eine Person wurde festgenommen. Eine vermummte Sondereinheit der Polizei stürmte daraufhin das Jugendzentrum, fand jedoch im Innern keine Besetzer_innen mehr vor.

„Wir verurteilen die Entscheidung des Jugendamtes und des Kulturbürgermeisters von Kirchbach sowie das gewaltsame Vorgehen der Polizei“, sagt Sven Fred, Mitglied des UStA, „Einmal mehr hat die Stadt hier gezeigt, wie wichtig ihr ihre Jugendlichen sind. Anstatt ihnen die dringend benötigten Freiräume zur Verfügung zu stellen, lässt sie die aktiven Jugendlichen mit Gewalt räumen.“

Neben der sich derzeit häufenden Polizeigewalt und der ignoranten Position der Stadt bezüglich des leerstehenden „Z“, verurteilen wir die Haltung und die Berichterstattung der Badischen Zeitung. Diese trägt mit ihrer einseitigen Berichterstattung nicht zu einer kritischen Öffentlichkeit bei. Darüber hinaus werden Tatsachen verharmlost, verschwiegen oder sogar verdreht. Diese Entwicklung ist schon seit einiger Zeit beobachtbar und setzt den Weg nach der Bildungsstreik Gleisbesetzung und dem deutsch-französischen Gipfel fort.

- Für eine kritische und objektive Berichterstattung in den Medien!
- Unser Leben in unsere Hände!
- Freiräume denen, die sie nutzen!

Das Referat für Politik- und Meinungsfreiheit des UStA der PH Freiburg unterstützt die Initiative Epsilon in ihrer Forderung nach einem selbstverwalteten Jugendzentrum das unkommerzielle Kultur und freie Bildung ermöglichen soll und solidarisiert sich mit den Besetzer_innen des “Z“.

Referat für Politik und Meinungsfreiheit des UStA der PH Freiburg

Jesus was born in a squat and drank a lot of wine

Am Sonntag den 18.12.2010 versammelten sich rund 20 Aktivist_innen und Sympathisant_innen der Initiative Epsilon auf Freiburger Weihnachsmarkt auf dem Rathausplatz. Es wurde in geselliger Runde unter einem Transparent – „Wir geben unser letztes Hemd für Jugendräume im ehemaligen ‚Z‘“ – angenehme Musik gehört, selbst gemachter Glühwein getrunken und mit Passant_innen geplaudert. Der erwartete Großeinsatz der Polizei blieb bis auf einige Beamt_innen in zivil aus. Zum Abschluss zogen 15 Menschen als Spontandemo in die Gartenstraße 19.

Plätze, Häuser und noch mehr, ein autonomes „Z“ muss her!

Aktivist_innen der AJZ-Initiative εpsilon besuchen Gemeinderat

Aktivist_innen der Initiative εpsilon besuchten am 14.12.2010 gegen 18:00 eine Sitzung des Freiburger Gemeinderats.
Am Geländer der Empore wurde ein Banner befestigt, auf dem ein selbstverwaltetes und unkommerzielle Jugenkulturzentrum gefordert wurde. Die Aktivist_innen warfen beschriftete Papierflieger in den Sitzungssaal, um die Stadträte auf die wiederholt verschobene Entscheidung über das “Z” aufmerksam zu machen. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Verantwortlichen die Entscheidung bezüglich der Räumlichkeiten erneut vertagt hatten.
Die Aktivist_innen forderten damit ein Wiedereröffnung des ehemaligen “Z”. Der Bedarf an Räumen für Jugend- Kunst- und Kultur bestünde, die Jugendgruppe sei sofort dazu bereit, die Räumlichkeiten in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen zu nutzen.

Zwischennutzung, Schwimmbadbesetzung, CDU Herdern und Position zur Initiative ArTik

Wir, die Initiative Epsilon, geben hiermit bekannt, dass wir eine Zwischennutzung bis zum Mai 2011 für die Räumlichkeiten des ehemaligen „Z“ anstreben. Zu diesem Zweck haben wir ein Zwischennutzungskonzept entworfen. Das beiliegende Konzept ist am 29.09.2010 an die Stadt gegangen. Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung unser Konzept zur Kenntnis nimmt und im besten Fall akzeptiert.

Solidarität mit den Schwimmbadbesetzer_innen

Die Initiative Epsilon erklärt sich mit den Besetzer_innen des Loretto-Freibads am letzten Wochenende solidarisch. Während wir wohl die Besetzungsaktion mit dem geringsten Altersschnitt der Teilnehmer_innen durchgeführt haben, war der Altersschnitt des Besetzer_innen bei der Besetzung des Lorettobads vermutlich der höchste. Das Freibad wurde wegen nicht funktionierender Bürokratie zu früh geschlossen und konnte nicht benutzt werden. Das ehemalige „Z“ steht wegen überflüssiger Bürokratie bis mindestens zum Frühjahr 2011 leer, wenn unser Zwischennutzungskonzept nicht akzeptiert wird.

Zur Pressemitteilung der CDU Herdern

Wir bezweifeln, dass das ehemalige „Z“ jemals links-autonom gewesen ist. Einiges im „Z“ liefen gut, anderes nicht. Das „Z“ ist gescheitert, eine nachträgliche Schuldzuweisung lehnen wir jedoch ab. Wir begrüßen das Engagement der CDU Herdern für die Räumlichkeiten. Wir stimmen mit der CDU Herdern überein, dass Jugendliche und junge Erwachsene keine Sozialarbeiter_innen und -pädagog_innen brauchen und dass ein Jugendkulturzentrum selbstverwaltet sein muss! Bei uns entstand der Eindruck, dass die CDU sich nicht inhaltlich mit dem Konzept von ArTik beschäftigt hat. Da sich verschiedene linke Gruppen (Die Linke – Freiburg, die Antifaschistische Linke Freiburg, der Leerstandsmelder Freiburg und die Anarchistische Gruppe Freiburg) mit uns solidarisch erklärt haben, wurde wohl der Eindruck erweckt, ArTik sei die „bürgerliche“ Konkurrenz zu Epsilon. Wir ziehen mit der CDU Herdern an einem Strang, wenn es darum geht, ein unkommerzielles und selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum ohne Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen aufzubauen!

Position zur Initiative ArTik

Die Initiative ArTik hat sich für einen langen Weg im Rahmen des bürokratischen Stellvertreter_innen-Parlamentarismus entschieden. ArTik versucht im legalen Bereich zu handeln und hat den Anspruch politisch unabhängig zu sein. Zwischen ArTik und uns findet ein reger Austausch statt. Es gibt inhaltliche Gemeinsamkeiten und teilweise findet eine Zusammenarbeit statt. Die beiden Initiativen haben eine gemeinsame Aktion geplant, um für die Bereitstellung von mehr Räumen für Jugend und Kultur zu demonstrieren. Trotz dieser Zusammenarbeit gibt es große Unterschiede zwischen ArTik und uns. Ein partielles „An-Einem-Strang-Ziehen“ ist im Gegensatz zu einer Fusion denkbar. ArTik will nur sehr eingeschränkt eine basisdemokratische Selbstverwaltung. Um den Betrieb des Kulturzentrums zu ermöglichen, will ArTik bezahlte Arbeitskräfte einstellen. Wir sehen keinen Bedarf an kostspieligen bezahlten Stellen. Leute, die ein Jugendkulturzentrum wollen, sind auch dazu bereit, Arbeit ehrenamtlich zu übernehmen. Ein demokratisches Verfahren ist erst dann wirklich demokratisch, wenn es basisdemokratisch und antiautoritär ist.

Abschließende Worte

Die Initiative Epsilon ist eine offene Gruppe, die sich immer über Zuwachs freut. Dafür sind wir jederzeit über e-Mail zu erreichen: epsilon[at]riseup.net. Auf unserer Website epsilon.blogsport.de finden sich alle Infos zur Besetzung und folgenden Aktionen und über uns.
Wir bleiben am Ball.